Neulich, als mir das in einer Kaffeeküche während der Arbeit während einer essentiell wichtigen Miniauszeit gesagt wurde, war das ein sehr bewegender Satz. Einer, der es geschafft hat mich relativ zügig von der zuvor spontan eingesetzten Schnappatmung bezüglich ach so ferner, unbekannter und ungreifbarer Dinge zurück in das hier und jetzt zu bringen: der Kaffeeküche. Einem sicheren Hafen des Büroaustauschs, indem so oft so viel weltbewegendes spontan zwischendurch gesagt wird, das man es gar nicht zählen kann.
Was dieser Satz – neben der beruhigenden Wirkung auf meine Atmung – noch ausgelöst hat, war eine Erkenntnis: mindfucking kann ich ganz schön gut. Eines der Negativtalente, die ich fulminant beherrsche. Das schlimme ist: so ein Mindfuck trifft einen meist unerwartet und hat es immer in sich. Noch schlimmer ist nur, dass ein über lange Zeit aufgebauter Mindfuck nur sehr schwer wieder abzubauen ist. Vor allem von sich selbst. Weil das ist es ja: eine fiese Methode, seine eigenen Gedanken und Taten in Frage zu stellen. Individuell konfigurierte Selbstsabotage mit oft fatalem Ausgang: dem Verlust des Mutes, Dinge zu tun. Oder anzugehen. Oder weiterzudenken.
Dabei ist nun nicht jeder Mindfuck schlimm. Ich glaube, die kleinen Mindfucks sind natürliche Zweifler, die man manchmal eben so hat. Gedankenstolperer, die einen dazu zwingen kurz inne zu halten und nachzudenken. Die großen aber! Die, die sich über lange Zeit aufbauen und mit einem gehen, egal wohin man geht – DAS sind die fiesen. Die einen überrumpeln und unverhofft mit lautem Alarm und Ausrufezeichen vor einem aufpoppen und dann penetrant im Weg stehen.
Im Bestfall kümmert man sich nicht um den Lärm und dreht sich einfach um und geht weg. Schnell und konsequent.
In der schlechten Version kommt der Mindfuck einfach mit – egal, ob man ihm den Rücken kehrt. Und in so einer Situation braucht es dann schon Menschen, die einem im Extremfall eine Papiertüte in die Hand drücken und sagen: tief ein- und ausatmen. Und die einen zudem daran erinnern, dass das alles nur im eigenen Kopf passiert und dann eben einfach mit einem sind für einen Moment.
Den Mindfuck nehmen kann man sich dann nämlich nur selbst. Ich fürchte, manchmal nicht, indem man wegläuft sondern nur, indem man tapfer auf ihn zugeht, ihn einpackt und mitnimmt auf dem Weg nach vorn.
#myfriendsaremyfavouritepeopleintheuniverse
Ich glaube, man muss dem Mindfuck einen kleinen Hauch Aufmerksamkeit geben. So in die Richtung: Ich weiß, was Du denkst, ich hab Dich gehört. Aber dann muss man ihn an die Hand nehmen und eine andere Richtung einschlagen.
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