Vorfreude. 

Seid ihr auch schon hibbelig? Und neugierig? Und ein bisschen aufgeregt? Vielleicht auch vorbesorgt oder vorverliebt? Ich bin das alles gerade zugleich. Morgen ist es 2022 und dieses Jahr mit all den darin anstehenden Dingen – war so lange so weit weg und in ein paar Stunden: ist es da. Ein neues Jahr. 365 neue Chancen. 12 neue Monate voll fantastischer „das haben wir so noch nicht erlebt“ Tage. Und ich freue mich. 

Auf Neuanfänge. Auf Runde 2 Babies und auf allererste. Auf Abschlüsse (der Masterabschluss wird so der richtige Oberknaller nächstes Jahr). Auf Urlaubsreisen. Auf alte Hobbies und auf neue. Auf Konzerte. Auf Ausgeh- und zuhause bleib Tage. Auf vielleicht das eine letzte Date (oder auf einzeln schöne). Auf all die Berge, die ich bekraxeln werde und zugehörige Ausblicke. Auf Bücher, die seit zwei Jahren und dem Studiumsbeginn darauf warten, gelesen zu werden. Auf Erfolge in der Arbeit bei mir und bei meinen Freunden. Auf tolle Momente, von denen ich heute noch gar nichts weiß. Auf neue Musik von neuen Bands. Auf Gedankenfetzen, die einen einfach so in der Mitte von irgendwas schmunzeln lassen. Auf unverhoffte Nachrichten und auf überfällige. Auf neue Erinnerungen. Auf die neuen Herausforderungen. Auf mehr Pflanzen in der Wohnung (Alterserscheinung grüner Daumen). Auf Tage, an denen man beim joggen in den Flow kommt und sich danach denkt: „war geil“! Auf neue Möbel – oder das pimpen alter. Auf den Moment, wenn ich beim Yoga mit den Fersen auf den Boden komme (Vorsätze und so). Auf Spabiergänge (wer es nicht kennt: spazieren und Bier trinken – herrliche Kombination). Auf das erste Eis des Jahres und den Duft von Frühling. Aber auch auf die Knallehitze in den sommerlichen Straßenschluchten. Auf Liebe und Bauchkribbeln und dieses grunzige lachen, das ganz von tiefer Freude kommt. Auf die Stresstränen beim Schreiben der Masterthesis und die Panikattacken auf dem Fußboden (denn ich will da ehrlich sein: diese Momente WIRD es geben). Auf das Kolloquium. Auf diese Momente, an denen man voran kommt. Auf unverhoffte Parkplätze. Auf erreichte Ziele. Auf neue Menschen und grandiose Momente mit den alten. Auf Tatendrang und Vorlesungsfreie Wochenenden. Auf Geistesblitze. Auf Sommergetränke und das Eiswürfel „plingpling“- Geräusch in den Gläsern. Auf Serienabende auf der Couch und auf verzockte Wochenenden. Auf neue Lieblingscafés und Restaurants. Und dann: auf alles grandios Tolle, das passieren wird – Euch und mir. Dieses kleine Glück, das an vielen Stellen schon auf uns lauert und das unverhofft um die Ecke kommen wird und dazu führen wird, dass das Herz einen Tick schneller schlägt. 

Daher: ein Prosit. Auf ein neues Jahr – so nice to meet you.

Nachruf

Ein kleiner zumindest. Auf 2021. Was warst du für ein Jahr. Puh. Rückblickend habe ich nicht mit dir gerechnet. Überrant hast du mich für viele Monate (wie man an der langen Zeit erkennt, die ich nicht geschrieben habe) und spontan mit Eiseimern überschüttet. Dazwischen zu Freudentränen gerührt. Mit purer Romantik hast Du mich versorgt beim Gewitterwatching nahe Ingolstadt oder auf Aussichtstürmen mitten in Nebelschwaden zwischen Sims- und Chiemsee mit Gesprächen über dies und das und jenes. Und dennoch gab das ganze Jahr keine akute Herzensangelegenheit. Sechs Wochen frei zwischen altem und neuen Job gab es mit einer grandiosen Woche in den Dolomiten und der restlichen Zeit dann gefüllt mit dem Lernen auf Klausuren. Und generell habe ich viel gelernt dieses Jahr. Durch das Studium und das Leben an sich und wie lustig eigentlich, dass ich als ich jünger war immer gedacht habe, irgendwann sei man „fertig“ mit dem Lernen über sich. Ich bemerke Monate, nachdem der Dienstwagen nicht mehr meiner ist, noch perfekte Parkplätze in meiner Hood (ich nenne diesen Zustand Phantomparkplatzsuche) und das Parken mit dem kleinen Zwischenauto fällt mir überraschender Weise sehr viel schwerer (ein Hoch auf Piepsgeräusche). Die Zeit, in der die Bundeswehr viel in der Presse war, war immer ein Gedächtnislink zu T. und ich habe mich oft gefragt, ob er schon geheiratet hat und sie dabei ein schulterfreies Kleid getragen hat, wie er es sich einst gewünscht hat (verrückt, an welche Geschichten sich das Gedächtnis erinnert – und warum eigentlich an die und nicht eine andere) und generell, was das Leben so macht bei ihm. Die ersten Monate im neuen Job sind taff – in Kombination mit dem Studium komme ich tatsächlich an persönliche Leistungsgrenzen – und bin eine Zeit einfach nur erschöpft. Ich entdecke Mate wieder für mich und erkenne, das Sport ein essentieller Ausgleichsbestandteil in meinem Leben ist (auch und obwohl das aus meinem Mund noch immer eine völlig abgedreht verrückte Aussage ist). Ich habe neue Sachen ausprobiert, bin gescheitert, habe weiter gemacht, plötzlich hatte ich wieder Kontakt zu Menschen von vor einst und stecke plötzlich schon im letzten Vorlesungssemester und ach. Am Ende und in Summe: bye bye 2021. Danke, dass du zu Ende bist – ich werde dich gern vergessen.

Und der Soundtrack durchs Jahr und vielleicht auch noch ein bisschen in das Neue hinein oder alternativ für einen Serpentinen-Alpen-Roadtrip:

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