Season 38.

… hat vor 14 Tagen – dramatisch mit Hagel und Sturm und Gewitter und nur ab und an dazwischen mit dem (eigentlich für meinen Geburtstag obligatorischen) Sonnenschein – gestartet. Mit einer Wohnung voller wunderschöner Blumensträuße (manche haben es bis heute geschafft), unfassbar viel leckerem Essen (eine ganze Woche Schokokuchen zum Frühstück), jeder Menge Besuch (Haushalt nach Haushalt), der mir meinen freien Tag verzaubert hat und einer Sprachnachricht, die zu Tränen rührte. Fazit: so könnten Geburtstagsmontage eigentlich immer sein. 

Und so also ist Mitte Mai schon längst wieder überschritten, stattdessen ist es Ende des Monats und der Blick auf den Kalender verrät mir, dass es nur noch 6  Arbeitstage sind. Die Abschiedsszenarienplanung fiel mir noch nie so schwer wie dieses Mal – weil digital ist das doch seltsam und ein Event vor Ort mit allen… geht schon allein durch die räumliche Trennung Berlin | Hamburg | Köln ja gar nicht und sowieso leben wir nicht in einer riesen Hippie-WG, um das Ganze dann auch noch Corona-Regel-konform zu gestalten. Am Ende wird es ein Zwischending – Abendessen mit den liebsten Kollegen, Abschied-to-go Tüten für den Rest (Danke, N. für diese fulminant grandiose Idee). Und irgendwie passt das ja so eh am Besten, denn ich bin ja „in between“: altem Job und neuem. Alten Kollegen und neuen. Altem Arbeitsplatz und neuem. 

In Summe haben sich die letzten Wochen zunehmend nach Aufbruch angefühlt. Nicht nur wegen der schrumpfenden Arbeitstage, sondern auch wegen der „darf ich bitte deinen Ausweis sehen“ Frage neulich im Supermarkt (ich habe diese Frau spontan sehr fest in mein Herz geschlossen), dem steigenden Impftempo (erster Piks: check), an diesem seltsam wundervoll bisher nicht gekannten Gefühl, wenn man an Restaurant- und Caféterrassen voller Menschen vorbei spaziert, an ersten Eisdealerbesuchen, an den blühenden Pflanzen in meiner Wohnung, die ich in den letzten Monaten gekauft habe und die noch immer leben (große persönliche Erfolgsgeschichte), an einer Frühlings-Hochzeit, an einer Thesis-Thema Idee und am herzerwärmenden Babycontent in diversen meiner Whatsapp-Chatverläufe.

Ein paar negative Herzstolpermomente gab es allerdings auch. Der, als die externe Festplatte auf den Boden fiel zum Beispiel (macht das nicht. Macht das einfach NICHT, denn 1.: ist Datenrettung teuer und 2.: ist es einfach schade, wenn 55% des höchstselbst gespeicherten „Museums of me“ für immer im Nirvana landen]). Der, als ich beim Sonntagsspaziergang erst gemerkt habe, dass der Kofferraum vom Auto wohl über Nacht halb offen stand. Oder der beim Ausflug an die Osterseen, als da eine Schlange auf dem Boden lag auf die ich voller Freude proaktiv hingewiesen wurde und sich zeigte, dass nicht jeder galant mit panischen Mitmenschen umgehen kann. Oder dann der, als die Schmerzen im Knie beim Treppensteigen so unfassbar wurden, dass ein MRT notwendig war (spannend, was ein 3mm Riss im eigenen Körper so auslösen kann und wirklich echt verdammt eng, diese Röhre). 

Und trotzdem: Aufbruch. Denn der Blick aus dem Fenster in meiner Küche in den Hinterhof zeigt Sonnenschein, es gibt eine Idee für die Umgestaltung dieser einen Wand, die ich nicht mehr (an)sehen kann, das dritte Studiensemester ist fast schon wieder durch, vor mir liegen anderthalb freie Monate UND generell für uns alle: ein ganzer Sommer voller Perspektive. 

On y va! 

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