Februar.

Der kürzeste, rasanteste und vielleicht deshalb vollgepackteste Monat des Jahres. Mit viel Arbeit und einigen nervenden Drahtseilakten. Mitten drin der 14. – München: wir haben das verflixte 7. Jahr mit biegen und brechen geschafft. Rückblickend war das ein Achterbahnmonat mit einer Fahrt, bei der ich nach dem fünften Looping in Folge das Gefühl hatte, jeden Moment brechen zu müssen – und dazwischen dann doch wieder das gute Herzrasen hatte, vom oben sein und stürzen und Runden drehen und in den Kurven durchgeschüttelt werden.

Und die bleibenden Momente:

Dauerkrank und müde sein und nicht zufrieden mit dem Zentrum des eigenen Lebens sein, aber keine Alternative haben. (Gut, mehr Dauerzustand als Moment).

Der Moment des Nicht Erkennens an der Bar gefolgt von dem Moment des akustischen Nicht Verstehens, die zusammengenommen der Beginn eines wirklich herausragend schönen Abends waren. (Und mein Horoskop sagt: März. Und das andere: April. Und aus der Distanz betrachtet – macht das dann ja alles eigentlich echt Sinn). #großerwunschansuniversum

Der Moment des Fingerpointings in Berlin und dem resultierenden guten Gefühl, dass jetzt endlich jemand konzentriert personenbezogen aktiv mit einem hatet.

Der Sonntagsbrunch mit vielen Fremden, die wahnsinnig nett und beeindruckend waren – gefolgt vom Schneemoment im Auto und der Frage: „ist das nun also dieser Heckantrieb-Effekt, von dem alle sprechen?“. UND zuletzt: der bisher längsten Parkplatzsuche seit ich ein Auto habe. (Merke: viel Schnee + Münchner Innenstadt + Parkplatz = (relativ) sinnloses Unterfangen)

Der Moment mit dem Aufschrecken beim Weckerklingeln und dem realisieren, dass ich noch im Tiefschlaf war und der bangen Angst, dass das der eine Tag war, an dem ich es geschafft hätte auszuschlafen – und das ich das nie wieder schaffen werde.

Der Moment mit „da müssen wir Flagge zeigen“ und „pumped to be here“ und der augenrollenden Folgerung: Seller. (Aussagen, die ich nie sagen will).

Mit dem Moment im Auto zurück vom Sonntagsausflug, als wir erkannt haben, dass der wundervolle Satz von Tomte „es ist ein gutes Gefühl zu sagen, wir kennen uns noch in zehn Jahren“ bei uns ja schon ein Jahr länger ein guter ist.

Mit dem Moment des Blicks auf das neue Orga-Chart und dem Verstehen, das Kommunikation wirklich eine große Sache ist – die leider nicht jeder richtig gut beherrscht. (Seit dem späteren Moment, als das Chart und andere Dinge zurückgenommen wurden, bin ich mir noch sicherer, dass das eine große Kunst ist).

Der Moment beim Ausladen des – zum vierten Mal – vollen Autos und der Frage „ihr seid doch zum zweiten Mal hier, oder?“ und der folgenden Rüge und dem Lachen im Auto danach und dem wundervollen Gefühl des leeren Kellers, beim nach Hause kommen. (Bin noch immer sicher, dass es an der Pulloverfarbe lag…)

Mit dem Moment des „das hatten wir schon mal“, dem folgenden einseitigen Streit (nachträglich in „Zwist“ abgewandelt) und der resultierende Kummer um die Dinge, die einmal waren, nicht mehr sind und nicht mehr sein werden.

Das Telefonat mit der schlimmen Aussage, die – auch wenn schon häufiger gehört – Bitterkeit und unendliche Frustration in meinem Herz zurück lässt und die mich furchtbar unangenehm hilflos macht – weil man niemandem Lebenswillen zurück geben kann. Danach ist mir die Frage: „was macht das mit Dir?“ aus der alten Arbeit eingefallen. Die Antwort: schlimmes. Klar geworden ist mir hierdurch, woher ich meine eigene Dogmatik habe (der Apfel fällt nicht weit vom Stamm) – und ja selber oft denke, die Einstellungen anderer Menschen mir gegenüber besser zu kennen als sie selbst. (Ich glaube – es liegt daran, dass man Wertschätzung nicht immer in für einen selbst lesbaren Zeichen zurück bekommt).

Der Moment als ich über meinen eigenen Stolz gesprungen bin – weil man manchmal ehrlich gezeigten Mut haben muss, um zu bekommen was man will. (Dachte ich – gezeigt hat sich: nein. Auch dann nicht. [Was bleibt ist Resignation.] )

Der Moment auf der Party als mir nach einer halben Stunde Anwesenheit um 22Uhr klar wurde: ich kann nicht mehr. Und ich nicht mal mehr einen weiteren Gin Tonic wollte (→ generell immer ein eher schlechtes Zeichen).

Mit dem Moment beim Einkaufen als ich auf einen Schlag fahrig wurde, weil ich dachte „es ist ja Februar“ und wegen dem Datum und dem Gefühl etwas wichtiges vergessen zu haben – aber den passenden Eintrag dazu nicht mehr im Kalender gefunden habe. (Fazit: am richtigen Tag eingefallen und im Kalender wieder notiert).

Mit dem Staycationing statt in die Ferne fahren und dem Erledigen der Dinge und dem Frühlingswetter und dem Lesen früh morgens im Bett und am Küchentisch und dem Radfahren im Sonnenschein gegen den Sturm nach dem Beintraining (SAUanstrengend) und dem Barfuß durchs Flaucherwasser waten (SAUkalt).

Und die Songs des Monats:

Blassfuchs – Kreislauf

alt-J, Kontra K – In Cold Blood

Jamie xx, Romy – Loud Places

Das Paradies – Ein schönes Unentschieden

Frank & Friedrich, Bastien – Higher

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