Januar.

Dieses Jahr gab es zusammen mit dem Jahresstart ganz viele neue Sachen. Einen (neuen) Haarschnitt, eine neue Inneneinrichtung, ein neues Auto und ein neues Handy. Einen neuen Blick auf die Dinge und die eigene Wertigkeit – und die der anderen. Und – obwohl ganz ungewollt – war am Ende vieles auch einfach wie immer.

Aber nach diesem ersten turbulenten Monat bin ich vor allem eins: stolz. Weil ich es geschafft habe, an Plänen festzuhalten – vor allem dem mit dem Selbstwert. Und zu akzeptieren, dass ich da endlich aufgeholt habe – und am für mich richtigen Punkt angekommen bin. Und nein – das hat nichts mit „besser als andere sein“ zu tun. Sondern einzig und allein damit, mir darüber bewusst zu sein, dass es in meinem Leben um mich geht – und es in Ordnung ist,  sein Leben nicht um das Wohlergehen der anderen herum zu leben.

Sehr fasziniert hat mich das eine Abendessen, an dem mir die Person gegenüber am Tisch erzählt hat, wie sie mein Leben sieht – und wir eine Diskussion über das „alleine sein“ geführt haben. Gezeigt hat sich – genau wie die Diskussion rund herum um den Begriff „Freundschaft“ ein anderes Mal – eine allgemeingültige Definition gibt es nicht. Und das ist gut so. Weil nein, nicht jeder muss allen Dingen einen Namen geben – aber manche (inklusive mir) eben schon. Auch fasziniert hat mich der eine Abend, als ein relativ neuer Mensch in meinem Leben einer dritten – damals noch unbekannten – Person von mir erzählt hat – mit allen Pros und Cons und ich noch nicht einmal ansatzweise das Gefühl hatte, etwas hinzufügen zu müssen.

Vielleicht gerade deshalb hat mich ein wenig traurig gemacht, dass bei anderen manchmal Jahre des gegenseitig kennens nicht ausreichen, um zu wissen, was einem warum wichtig ist. In einem Fall hat es mich zu meiner eigenen Überraschung nicht traurig gemacht, dass das gar nicht mehr wichtig ist (Die Sache mit der umgedrehten Wertfrage und dem Entfremden durch Distanz). Im anderen nage ich noch immer an der Wut darüber.

Eine Trennung im Bekanntenkreis gab es, die mich sogar und trotz der großen räumlichen Distanz mit voller Wucht getroffen hat. Und die Frage zurückgelassen hat, ob es tatsächlich für alle Dinge – insbesondere Menschen die man gerne hat – immer einen konstanten Mehrwert geben muss.

Ein ungewolltes Wiedersehen gab es (mehrfach leider), nach dem ich mich nicht mehr fragen muss, wie wir miteinander umgehen. Und ich mich als Siegerin fühle – einfach weil ich da oben auf der Bühne stand. Und du halt eben nicht.

You didn’t give me a chance

You gave me a beating

And I thank you very much that you did

(Boxing Champ – Kaiser Chiefs)

Erstaunt hat mich, wie sehr sich manche Menschen in relativ kurzer Zeit verändern können – so ganz rund herum um grundlegende Dinge wie Einstellungen und Wichtigkeiten und Aussagen. Und dabei aufgefallen ist mir, dass es zumeist die sind, die die oben genannten Definitionen konträr zu meinen sehen. Und was bleibt ist die Frage, wie man denn so viel Unterschiede in sich selbst vereinen kann, das man am Ende gar keine eigene greifbare Persönlichkeit hat? Das negative Wort, dass sich dazu immer in meinem Hinterkopf wild springend austobt ist „oberflächlich“ – das schönere „Einstellungsflexibel“. (Nicht, dass ich diese Eigenschaft nicht des öfteren sehr bewundern würde).

Unfassbar hat mich gemacht, dass zwei Menschen zur gleichen Zeit am gleichen Ort sein können und dabei aber in keinster Weise bei- und miteinander sind und die gesamte Situation in extremster Weise unterschiedlich interpretieren. Ähnlich unfassbar war die Tatsache, dass es das Wort „hindering“ doch im englischen gibt. (Das Besserwisserego hat sehr gelitten bei dieser Chatnachricht einer anderen Besserwisserin).

Schlimm war, dass der Handywechsel den Verlust von wichtigen Telefonnummer mit sich brachte und mir klar wurde, dass ich zu abhängig von diesem da (offensichtlich nicht) abgesicherten Datenpool geworden bin. Auch der krasse Dämpfer nach dem kurzfristigen sehr hohem Höhenflug war schlimm – und die eine Mail mit dem einen P.S. bei dem ich danach so tun musste, als wäre das keine neue Information.

Schön war der wiedergekehrte Sport, der (noch) eine große Qual ist und mich dabei (jetzt schon) wieder zufriedener macht und schön war auch das erste Konzert des Jahres – in gleicher Konstellation wie die Konzertsaison auch letztes Jahr gestartet (und geendet) hat. Und abschließend – die Songs des Monats:

Grossstadtgeflüster – Feierabend   

Die Toten Crackhuren Im Kofferraum (TCHIK) – Ok Ciao   

Elderbook – Old Friend 

 

 

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