Monatsabriss: November

München: frühstücken mit F mit dramatischen Tränen (wie froh ich bin, dass sich deine Sorge von vor einem Jahr nicht bestätigt hat – und wir trotz allem noch immer Zeit finden). Danach die am letzten Tag des Oktobers vergessenen Dinge in den eigentlich schon gepackten Koffer gepackt. Berlin: angekommen, Wein getrunken, Sushi bestellt und lange gequatscht und morgens sehr sehr müde zur Arbeit gestapft. Dort lange gesessen und zur Belohnung danach einen tollen Feierabend gehabt – ganz ohne über die Arbeit reden. Am Tag darauf an den Flughafen gefahren worden (immer so viel schöner – genau wie abgeholt werden) und seit langem mal wieder mit nervösem Magenflattern in einen Flieger gestiegen. Tel Aviv: dieses unfassbare Gefühl an einem neuen Ort anzukommen und  zu spüren wie laue Luft um einen weht. So leicht eingereist wie selten, Auto abgeholt und losgedüst. Jerusalem: lange nach einem Parkplatz gesucht und am Ende so eng wie noch nie an einer Mauer geparkt. Eingecheckt, losgezogen, gegessen und ein wenig die noch leere Stadt entdeckt und mehr als einmal gedacht ‘den Herbstmantel mitzunehmen wäre eine gute Idee gewesen’. In between: leuchtendes Licht im Mietwagen + kein Datenvolumen auf dem Handy = panische Zwischenmomente, an denen man ganz mit sich allein manchmal nicht mehr weiter weiss. En Gedi: zum Wasserfall gewandert, dazwischen die Schlangenpanik verdrängt, danach entschieden auch noch die Quelle zu sehen und am Ende den längsten ungewollten Hike aller Zeiten erlebt. Ins Auto gestiegen, den Schlüssel gedreht und damit nichts ausgelöst. Ruhig geblieben – sehr sehr ruhig und hierüber fast am meisten erschrocken. Am Toten Meer: Strand suchend alles abgesucht und keinen Strand gefunden. Ohne Salz auf meiner Haut zurück nach Jerusalem gefahren, dabei an keinem Check Point Shalom gesagt, dafür aber für eine Stunde die Polizei direkt hinter mir gehabt – die auf den Punkt Fahrweise meinerseits hat uns wohl alle nicht glücklich gemacht. Nazareth: der Bammel als der Bus nicht an der Haltestelle gehalten hat, wo er hätte halten sollen. Der Berg, der Koffer, das definitiv kaputte Knie und ich. Das schöne Hostel, die Mega laute Tür und die alte extrem (!) schnarchende Lady und die deshalb kurze Nacht. Am Tag darauf eine hässliche Kirche gesehen und auf alle anderen keine Lust gehabt, beim Abendessen ein nettes deutsches Paar kennengelernt und einen herrlichen Abend geteilt. Akko: glücklich den Sonnenuntergang auf der Dachterrasse mit Blick aufs Meer bestarrt und unglücklich geworden über das Verstehen, dass diese eine Freundschaft eigentlich nie eine war. Haifa: das Mädel aus Boston, der Moment als sie mich durchschaut hat und die vielen Sekunden die es brauchte um zu verstehen, dass sie recht hat. Die Entscheidung FÜR die große Sache. Und die unfassbare Panik die damit kam und das Herzstolpern weil das ja schon in anderthalb Jahren soweit ist. Tel Aviv: der Freitagabend als mir klar wurde, dass ich mich in manchen Dingen nicht mehr ändern werde und die Tatsache, dass ich das umfassend doof finde – aber es eben ist wie es ist. Der Shot mit dem Barkeeper im Night Kitchen am Tag danach und der gescheiterte Versuch des Solo-Club-Besuchs und der morgen am Meer mit Donnergrollen und Sand zwischen den Zehen und leichter Übelkeit wegen des riesigen Granatapfelsaftes davor. Berlin: das ankommen und das wunderschöne Gefühl des lebendig seins, das ich dort habe und zuhause schon so lange nicht. Der Montag Abend mit den riesigen beiden Sake Flaschen und den paar Kuba Libre und dem tollen tollen Poetry Slam (Viel zu lange nicht gemacht – wundervoll, dafür jemanden am Start zu haben = Grande Merci, little A.!). In Between: Der Tag darauf mit dem geplanten Konzert und dem aber verspätetem Flug und der Vorzeit voll schlechter Laune und Trübseligkeit und den genau dann natürlich vorhandenen Problemen bei der Sbahn (immer dann wenn ich nach Hause komme – als würde München hier jedesmal ein Statement setzen), das endlich zuhause sein zeitgleich mit dem Konzertbeginn und das entscheiden: nein. Heute nur noch Decke über den Kopf. Die ganze Woche darauf tief im Schlechtelaunetal und das grübeln über die vielen lange mitgeschleppten Hinterkopfgedanken. Der Sonntag an dem F. und ich an ganz verschiedenen Orten Münchens versucht haben zu verstehen warum wir uns denn nicht sehen, wenn wir doch beide zeitgleich vor dem Museum stehen – das realisieren, dass es eben nicht das gleich war und das alternative lange sitzen mit Glühwein und Tee im Kosmos (in dem ich einfach definitiv viel zu selten bin). Die neue Woche mit der gleichen Laune und dem Konzert für das ich fast schon vor einem Jahr die Tickets gekauft habe im Vorfreudentaumel. Die Frage die beim Abendessen davor gestellt wurde, warum denn hier manche Namensbuchstaben eigentlich noch nicht gestanden haben – die Antwort, D.: du machst dein Ding + ich mach mein Ding = ungeteilte Lebenszeit. In between: Um vier Uhr nach einer kurzen Nacht aufstehen um kurz darauf einen Kollegen bei der Sbahn am Hauptbahnhof sehen = wir tun definitiv so als sehen wir uns nicht (wtf machst du so früh im Büro, M.?) und 1,5h später dann Cappuccino schlürfend am Terminal sitzen und in dem Moment  begreifen, dass man schon auch ganz viel Glück im Leben hat – nur halt nicht unbedingt und insbesondere bei den großen Dingen. Amsterdam: das entdecken der Girlcrew in der Menge und das überraschte Gesicht von L. und das freudestrahlen auf allen unseren Gesichtern, dass das mit der Überraschung geklappt hat. Das tolle Wochenende mit viel zu wenig Schlaf und der einheitlichen Schockverliebung in Lars. Das sinnieren über Freundschaften und wie sehr die sich manchmal verändern, weil Menschen sich ändern und über Berlin und den Umzug auf den alle warten, sowieso über Männer und die harte Arbeit der Suche und das warten auf den einen Glücksmoment und die Herausforderung dabei am Ende nicht doch sich selbst die Schuld zu geben. Und am Ende das tolle Gefühl das mit nach Hause fliegt: Dankbarkeit – für die tollen Menschen, die man im aktuellen Leben sicher hat. München: übermüde angekommen, Geschenke an mich selbst ausgepackt und in eine übermüde Woche gestartet, geärgert und geschrien und gelacht und ganz viel unmotiviert aus dem Fenster gestarrt. Das Projekt „Feierabendarbeit“ gestartet und in diesem Zuge – nach drei sehr leckeren Feuerzangenbowlen und einem Gin Mule (Ach N., wie schön das immer ist – danke dafür!) – dank des unerwarteten nächtlichen Besuchs von K. gelernt: nein, dieser „Ich komme noch kurz vorbei“- Trend ist nichts für mich. Und am letzten Monatstag dann den in Amsterdam erwünschten Adventskalender bekommen (Danke, L.).

Hinterlasse einen Kommentar