Fremde (Lebens-) Welten entdecken bei einer Bootsfahrt auf dem Tonlé Sap.

Meinen zweiten Stop in Kambodscha – Battambang – wollte ich gerne mit einer Fahrt über den berühmten Tonlé Sap See verbinden um diese Floating Villages und die Menschen zu sehen, die hier ein ganz eigenes Leben leben.

Und wie glücklich ich bin, diese achtstündige Tour gemacht zu haben. (Wobei von den acht Stunden 45 Minuten Wartezeit auf den Fahrer zum Bootsanleger und eine Stunde einsammeln von anderen Mitreisenden abgezogen werden müssen. Diese Fahrt zum Bootsanleger war zudem eine Geschichte für sich, denn: es passen sehr viele Menschen in einen sehr kleinen Bus, wenn man es will und wenn man weiß wie man sie am Besten setzen muss).

Dieser See jedenfalls, der irgendwann in einen langen Fluss bis nach Battambang und darüber hinaus mündet, ist in jedem Fall diese lange Fahrtzeit wert. Denn es bietet einem eben in der selben Länge auch Betrachtungszeit. Und diese bietet nicht nur einen schönen und zeitweise spiegelglatten See, aus dem ab und an Bäume hervorragen – hier geht es teilweise auch mittendurch durch eine grüne Pflanzenwelt (die einem manchmal sehr Nahe kommt, da hier auch mal Äste ins Boot peitschen) was einem das Gefühl gibt, man würde gerade nicht über einen See, sondern eher mitten durch einen Dschungel düsen. Die einzelnen Dörfer auf dem See sind für uns eine ebensolche Attraktion wie wir Touristen für die Menschen hier sind. In jedem Fall habe ich in meinem Leben bisher nicht so vielen strahlenden Kindern zugewunken wir hier. Und später dann wartet jede Flussmündung mit neuen Einblicken in den Lebensraum der Menschen hier auf.

Auch werden die Boote nicht nur von den Touristen gerne zum erreichen des ein oder anderen Routenziels genutzt – zeitgleich werden hier Lebensmittel, Farbe, Kleidung, Briefe und wer weiß was noch transportiert. Die Anlieferung findet einfach per Boot statt – da werden Pakete dann nur vom einen ins andere Gefährt übergeben. Und natürlich nutzen auch die Menschen hier die Boote um von A nach B zu gelangen – auch wenn ich das Prinzip der „Haltestellen“ bis zuletzt nicht verstanden habe: funktioniert hat es scheinbar jedesmal.

Beeindruckt hat mich die Einfachheit des Lebens hier, das sich auch heute noch einfach nach der Natur richtet. Aufstehen, wenn die Sonne aufgeht, schlafen gehen wenn es dunkel wird. Und von dem Leben, was der See (oder Fluss einem gibt). Um ehrlich zu sein, habe ich es nicht geschafft mir das im Ganzen vorstellen zu können – zu fern ist das, zu weit weg von meinem westlichen Alltag. Aber gerade deshalb ist es noch etwas mehr beeindruckend. Und mit mehr Zeit hätte ich hier gerne mit einem Homestay (die es auch hier mittlerweile gibt – wir haben an einem angehalten) in Verbindung gebracht. Einfach, um dieses Leben besser verstehen zu können.

In Summe: ein unvergleichlich toller Tag. Mit Sonne, Wasser, sehr viel winken, ein wenig dösen und zahlreichen unvergleichlichen Impressionen.

 


Ich habe die Überfahrt direkt in meinem Hostel in Siem Reap gebucht. Sicherlich gibt es verschiedene Anbieter, die eine Überfahrt anbieten. Die Fahrt von Siem Reap nach Battambang dauert zwischen fünf bis neun Stunden – das hängt vom Wasserstand ab. Verzehr kann man sich selbst mitbringen – am Bootsableger von Siem Reap gibt es aber unzählige Damen, die einem noch die ein oder andere Speise und Getränke mit auf den Weg geben – auch gab es einen Zwischenstop auf dem See, bei dem man sich nochmal eindecken konnte.

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