Angkor – samt dem dort beheimateten Weltkulturerbe Angkor Wat – ist in jedem Falle eine Reise wert. Wie atemberaubend, schön, ruhig, entspannt und unfassbar beeindruckend diese riesige Tempelruinen-Anlage sein würde, war mir vor dieser Reise nicht bewusst. Obwohl ich Bilder gesehen hatte und obwohl mir davon berichtet wurde.
Die Tempelwelt, die einem hier begegnet, lässt einen ehrfürchtig davor werden, was hier in Kambodscha vor ewigen Zeiten in diesem einst riesigen Königreich erschaffen wurde. Wie haben diese Menschen das geschafft? Wie lange hat es gedauert, diese Tempel zu erbauen? Und wie lange benötigt so ein Baum eigentlich, um seine Wurzeln durch so ein einstmals prachtvolles Tempelmauerwerk wie in Ta Phrom zu schlagen? Und wie kann eine Kultur, die so etwas geleistet hat, denn untergehen?
Mich hat jeder neue Tempel aufs Neue ehrfürchtig werden lassen. Vor uns, und unserer Vergangenheit und den Dingen die wir leisten können. Vor Architektur und Wissen und Arbeitsleistung. Vor der Zeit und der Geschichte und all den Dingen aus denen wir so oft noch immer nicht gelernt haben. Und ich habe mich gefragt, ob in weiteren fünf- zehn-, oder mehr tausend Jahren irgendwer so andächtig Hochhausruinen betrachten wird wie ich diese Tempelsteine.
Beeindruckend ist auch, dass diese Orte heute noch gewürdigt werden. Vielleicht gar nicht mehr ihrer ganz ursprünglichen Bedeutung nach wie Angkor Wat, der ursprünglich ein hinduistischer Tempel war und in dem heute der Buddhismus zelebriert wird, aber dennoch gewürdigt und nicht vergessen. Und auch wenn der Sonnenaufgang hier definitiv mehr eine Massentourismusattraktion ist als eine friedvolle Tempelanlage: ein besonderer Moment ist das trotzdem. Gemeinsam mit so vielen Menschen an diesem Ort zu sein, zur gleichen Zeit und mit dem gleichen Ziel – ein wenig Magie hat das dann schon.
Früh morgens um 04:30h aufstehen um hier einen Sonnenaufgang zu sehen, kann man machen – muss man aber nicht unbedingt – alternativ bietet sich der Sonnenuntergang an, der die Tagesgestaltung vermutlich etwas entspannter werden lässt. Touristen gibt es hier überall – an manchen versteckten Orten aber deutlich weniger als bei den bekanntesten Attraktionen.
Ich habe eine von meinem Hostel organisierte Tour gemacht – wir waren zu dritt und haben für den halben Tag 15 Dollar an den Tuk Tuk Fahrer bezahlt. In der ganzen Stadt kann man sich aber Fahrer organisieren – jeder kennt die kleine, große oder eventuell auch eine ganz eigene Tour, bei denen er zugleich als Führer über die Anlage fungiert. Jemanden, der einen über das Gelände kutschiert, findet man in jedem Fall sehr leicht.
Per Fahrrad geht das ganze natürlich auch – hier sollte man in keinem Fall zwei Dinge unterschätzen: zum einen das Wetter und die große Hitze, die es hier zu bestimmten Jahreszeiten geben kann und zum anderen: die Größe des Geländes!
Für die Tempelwelt benötigt man ein Ticket mit Lichtbild (wird am Schalter direkt von einem gemacht und dann auf das Ticket gedruckt), das man ab und an immer mal wieder vorzeigen muss. Stand Dezember 2017 kostet das Tagesticket 37$ und eines für drei Tage 62$. (Achtung beim Anstellen: auf die Schilder achten, die oben hängen – es werden an den einzelnen Schaltern nur die ausgewiesenen Tage verkauft [blöder Moment morgens um 05:00 Uhr, als mir gesagt wurde, dass ich falsch stehe]).