Diesmal gibts zwei in einem.
Zuallererst ist da NIHILS aus Österreich, die ich auf einem Konzert hören gelernt habe, das so eines war, bei dem die Vorband (die eben genannten) mich sehr viel mehr mitgerissen hat, als es der Hauptact danach tat. Das kommt sehr selten vor, aber WENN das passiert, sind diese Entdeckungen dann zumeist immerwährende Musikgoldstücke in meinen Playlisten – so auch dieses Mal.
Die drei Herren aus Waidring in Tirol zelebrieren einen wundervollen Klangsalat, der mal perfekt leise für den tonvollen Hintergrund dahinschwingt und mal mit lautem Rabatz die volle Aufmerksamkeit des Hörers fordert. Hierzu trägt vor allem die tragende Stimme des Sängers Ramon Riezouw bei, der allen Songs einen einzigartigen Klang verpasst und aber erst von Thomas Lackner (Drums), und Florian Nothegger (Gitarre) perfekt in Szene gesetzt wird. Ihr erstes Album „Perspectives“ ist Anfang 2017 erschienen und war wundervolle Begleitmusik durch den Frühling – durch Songs wie „Put you back together“, „Not a man of violence“ und „Prison“ bleibt es aber zugleich auch ein fulminanter Sommerbegleiter.
Erzeugen ein Gefühl von: Sonnenschein, Abenteuer und das herrlich zufriedene Gefühl von „mit kaltem Radler am Wasser sitzen“.
Klingen ähnlich wie: Kytes, Roosevelt
Einmal anschauen da: Put you back together
Und gleich mal mehr hören bei Spotify: NIHILS
Und dann ist es so, dass manch große Musikentdeckung ganz nebenbei passiert. Wie letztes Wochenende beim Serienmarathon, als da der herzzerreißende Song „The night we met“ von Lord Huron eingespielt wurde. Der war einfach SO schön, dass ich unbedingt mehr hören wollte.
Gefunden habe ich eine Indie Folk Band aus Los Angeles, die für mich auf dem aktuellen Album „Strange Trails“ aus 2015 teilweise schon ein wenig sehr nach Country klingt (ein Genre, dass es bisher noch nie in eine meine Playlisten geschafft hat). Aber: im Grunde ist es mitreißender Folk, der einen fast sofort mit dem „mmmhmm laaLAAlaa“ starten lässt weil man mitsingen will ohne das man den Text kennt. Auch gibt es da Songs wie „Hurricane (Johnnie’s Theme)“, der die Vorstellung wild und glücklich durch eine Scheune zu springen irgendwie plötzlich sehr vorstellbar macht oder „Love like ghosts“ der einfach nur warm ums Herz macht. In Summe umflauscht einen so irgendwie das ganze Album und auch wenn das fast schon Herbstgefühle verursacht, ist das durchaus auch Musik für ein verregnetes Sommer-Gewitterwochenende.
Klingen ähnlich wie: The Head and the Heart, Edward Shape & The Magnetic Zeros
Einmal direkt anhören da: The night we met
Oder mehr bei Spotify: Lord Huron