Sydney ist schön. Sydney hat fancy Gebäude. Sydney hat einen riesigen botanischen Garten. Sydney hat einen Hafen. Sydney hat interessante Museen. Sydney hat wundervolle Strände und nicht unweit imposante Berge. Sydney hat Flair. Sydney hat tolle Viertel und tolle Menschen (die Kaffee mindestens so sehr lieben wie ich denn noch nie habe ich so viele Menschen mit To Go Bechern in der Hand gesehen wie hier). Insgesamt hat Sydney so viel, dass es den Rahmen sprengen würde an dieser Stelle alles aufzuzählen. Daher in Summe: Sydney hats.
Und vielleicht gerade weil man den „fancy Gebäude“ Teil ja gefühlt eh schon von zuhause kennt war es ein ganz besonderer Moment die Oper nach einem kleinen Spaziergang von meiner Unterkunft hinunter zum Hafen zum ersten Mal „in Echt“ zu sehen. Natürlich habe ich diese weiße Muschel schon unzählige Male gesehen: im Fernsehen und auf Bildern. Aber im eigenen Leben ganz zum anfassen davor zu stehen ist ein Herzklopfmoment. Und von denen hat man nicht allzu viele habe ich festgestellt. Von diesen Momenten, in denen die eigene Realität sich einmal neu sortiert und einem bereits bekannte Dinge – wie eben diese Oper – dann wirklich bekannt werden. In echt bekannt werden, inklusive anfassen und davor stehen und bestaunen und dem denken „wow, ich bin tatsächlich hier“.
Das sind die Momente, in denen sich ein kleines Lächeln auf das Gesicht schleicht und in denen das Herz zunächst ganz sachte klopft um nach kurzer Zeit in ein pochen auszuarten und dadurch ein großes Grinsen ins Gesicht zaubert.
Glück hat so unendlich viele Facetten.
Und in Sydney kann man das auch durch anhaltendes Meeresrauschen und blauen Himmel haben und während dessen Traumstrand um Traumstrand entdecken wie auf dem Bondi to Coogee Walk (den ich aus Prinzip andersherum gemacht habe). Das kann man durch das entdecken so bezaubernder Viertel wie Surryhills erleben, in dem man einen ganzen Samstag lang von Café zu Café schlendern möchte um nichts zu tun ausser sich mit jedem weiteren Getränk näher an einen Kaffee-Schock zu bringen und dabei Menschen zu beobachten und vielleicht Kuchen zu essen. Oder Newtown, wo man gerne die gesamte King Street durchklappern möchte um Abend für Abend ein neues Restaurant auszutesten und danach in die nächste Bar zu sitzen und den Tag ausklingen zu lassen in einer dieser vielen umwerfend schön eingerichteten Locations. Und um der härtesten Frage auszuweichen „wo gehe ich heute hin?“ würde man einfach an einem Ende der Straße anfangen um am anderen Ende dann die Straßenseite zu wechseln und dann wieder von Tür zu Tür zu gehen und glücklich vom Entdecken zu sein.
Nach gerade einmal knapp fünf Tagen in Sydney kann ich verstehen, wenn man hier bleiben mag. Wenn man jeden Tag hier eintauchen will, wenn man am Wochenende von Viertel zu Viertel schlendern mag, wenn man allabendlich neue Locations austesten mag, wenn man Sonntags nach einem Brunch an einen der zahlreichen Strände fahren mag (wie Tamarama oder Clovelly) um nichts zu tun und um den Tag dann vielleicht bei einer Fährfahrt nach Manly ausklingen zu lassen und dort noch ein wenig am Strand zu sitzen um das wilde Meer zu hören und noch etwas trinken zu gehen und dann ins Bett zu fallen und zu denken „that’s it“.
Zum schlafen: (eine der besten Aussichten auf den Hafen samt Oper und Harbour Bridge inklusive): Sydney Harbour YHA – The Rocks
Zum Eis essen: Cow & The Moon – 181 Enmore Rd, Enmore, NSW 2042
Für den Kaffee in der Hand: Espresso on York – York St, Sydney NSW 2000 (direkt am Queen Victoria Building). Ein kleiner Stand mit großer Gebäck Auswahl und wirklich sehr leckerem Kaffee
Für das Foto mit Brücke und Oper: im botanischen Garten zu Mrs. Macquarie’s Chair spazieren.
Und für einen typisch australischen Pie (nicht mit Besteck essen!) lohnt sich die Fahrt nach Leura (am besten nach einem Wandertag in den Blue Mountains essen): Bakehouse on Wentworth – 208 Leura Fall, Leura NSW 2780.