Kleiner, feiner Herzensräuber: Ljubljana.

Als Ljubljana mitten im Winter zum ersten Mal zur Städtetrip-Diskussion in den Raum geworfen wurde, war ich schon nach ein paar wenigen Bildersuchanfragen überzeugt, dass das ein perfektes Frühlings-Wochenendflucht-Städtchen ist. Einfach, weil die Bilder dieser Stadt mit dem vielen Wasser und den Brücken und den Gässchen eine Sehnsucht nach Frühling ausgelöst hat. Und nun kann ich jedem nur eine kleine oder große (je nach Anfahrtsstrecke) Wochenendflucht in diese zwar definitiv überschaubare, dabei aber wunderbar entspannte, großherzig freundliche und charmante Hauptstadt Sloweniens empfehlen, an die ich in gerade einmal zwei Tagen ein bisschen mein Herz verloren habe.

Ljubljana ist grundlegend geprägt von einem „draußen“ Gefühl: eigentlich jedes Restaurant, jedes Café und jede Bar hat Sitzplätze im Freien, die zwar gefüllt, aber selten überfüllt sind. Und dann bietet natürlich noch die Ljubljanica an Ihren Ufern so viele wundervolle Plätze zum sitzen, beobachten, lesen und ausruhen, das man einfach nur entspannen kann. Dieses Gefühl prägt in Summe die ganze Stadt, die trotz der Touristen so viel Gelassenheit und Ruhe ausstrahlt, dass sich diese Stimmung auch sofort auf einen selbst überträgt.

Wer sich nach tausenden von Attraktionen sehnt, die man gerade so mit Ach und Krach an nur einem Wochenende gemeinsam mit vielen anderen Touristen besichtigen kann, sollte nicht nach Ljubljana fahren. Die Hauptattraktionen hatte eine unsere netten Apartmentangestellten quasi nach zwei Kreisen (Drachenbrücke und Burg [Ab auf dem Turm – hier wartet der bester Aussichtsspot der Stadt]) auf der kostenlosen Stadtkarte nämlich auch schon fertig aufgezeigt. Was Ljubljana aber rigoros bietet ist vorwiegend Ruhe (die gesamte Innenstadt ist komplett Autofrei), viel Charme und sehr viel Natur, die eigentlich nie länger als einen 10minütigen Spaziergang durch kleine, schmale Gässchen entfernt ist (oder man spaziert einfach direkt am Ufer entlang). Das tolle daran ist: es ist toll! Insbesondere, da jedes Gässchen zum herumschlendern lohnt: die vorwiegend durch den Jugendstil geprägte Architektur, bei der das eine Haus bereits renoviert neben dem deutlich dem Verfall überlassenen steht, gemischt mit dem Fluss, der sich durch das Städtchen zieht und den dazwischen verteilten kleinen, aber durchweg bezaubernden Läden und Lokalen verführen durchweg zum schlendern oder mehrfachem Verweilen und Pause machen.

Und dann natürlich noch die interessanten alternativen Spots, die es zu entdecken gibt: neben dem Gelände der ehemaligen Fahrradfabrik der Marke ROG ist auch die ehemalige Kaserne der Jugoslawischen Armee ein ganztägig beeindruckendes Areal, das sich am Abend dann durch diverse Clubs in ein Partyzone verwandelt. (Wer das den ganzen Tag haben möchte, kann sich auch direkt in dem auf dem Gelände gelegenen Hostel einchecken.) Hier lebt und arbeitet die autonome Szene Ljubljanas und hinterlässt zum Teil einen beeindruckenden Fingerabdruck für das Stadtbild – für mich würde ohne diese Orte etwas am vollendeten Charme der Stadt fehlen.


Unterkunftstipp: Kollmann Apartments, Cankarjevo nabrežje 27, 1000 Ljubljana

Zum Frühstücken, Kaffee trinken oder einfach nur Pause machen: Ek Bistro, Petkovškovo nabrežje 65, 1000 Ljubljana

Und anstehen für das beste Eis der Stadt lohnt sich hier in jedem Fall: Vigo, Mačkova ulica 2, 1000 Ljubljana


 

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