Und manchmal denke ich so: Was soll der Scheiß?

Neulich als ich dachte, ich hätte etwas gigantisches entschieden war die Welt auf einen Schlag wieder groß. Sie war zwischenzeitlich so klein geworden, weil ich permanent um so viele Fragen in meinem Kopf herum gerannt bin, bis mir schwindelig und schlecht wurde und ich mich gar nicht mehr umschauen konnte. Und dann hatte ich entschieden und aus der Übelkeit wurde Sicherheit und daraus wurde Konsequenz und aus dieser wurde Fröhlichkeit. Weil ich wieder frei war und mich wieder auf anderes konzentrieren konnte. Und dann gab es von mir unverschuldet wieder einen Fragezeichenmoment. So einen, in dem die Welt für eine Minute stillstehen sollte, damit man nachdenken kann. So einen, wo Kopf und Herz und Körper alle durcheinander reagieren und man am Ende überfordert das Gefühl hat, dass eine Sekunde gerade eine Stunde gedauert hat. Der Anlass war ganz miniklein: nur eine Vorschau auf eine Nachricht von einem bestimmten Namen auf meinem Handy. Da ich diesen Namen aber nicht mehr auf meinem Handy lesen will, gab es in meinem Kopf ein lautes Scheppern – wie klappernde Töpfe mitten in der Nacht. In der Realität habe ich weiter an meinem Bier genippt und der Geschichte zugehört, die mir erzählt wurde und genickt und gelächelt und im Hintergrund – da wo das große Fragezeichen stand – da habe ich nachgedacht. Was denn da gerade so passiert ist. Und vielleicht auch, warum. Und was nur in dieser Nachricht stehen mag.

An sich und generell mag ich ja Fragezeichen. Ich frage eigentlich gern weil ich quasi alles (hinter)frage. Immer und immer wieder – oft als Kampf Kopf gegen Herz – bis ich mich dann entscheide. Und wenn ich mich entschieden habe gibt es keinen Grund mehr zu Fragen. Dann ist das geklärt und auch, wenn Entscheidungen nicht immer frei von noch offenen Fragen sind – sind es Entscheidungen. Die dazu da sind, damit das Leben weiter gehen kann. „Was soll der Scheiß?“ denke ich, wenn die Dinge so dann aber nicht laufen, weil mir ein Strich durch die Rechnung gemacht wird – wie dieser Name auf dem Handydisplay. Beziehungsweise die Person dahinter – generell Menschen, die anders denken – oder weil sie eventuell das Gefühl haben es seien noch nicht alle Dinge gesagt. Quasi das gelebte „Nimm das!“ – vermutlich, damit sich die Person besser fühlt. Vielleicht war das auch nur ein „schau nur was ich schönes mache und ich denke gerade an Dich“ von der anderen Person, das bei mir dann nach dem Versand in den Sphären der Telefonleitung dann nur ankam wie ein „Nimm das!“ – am Ende weiß man ja nicht was in fremden Köpfen vor sich geht.

„Schön“ – das denke ich gerade jedenfalls auch. Nur in einem mehr als sarkastischen Ton. „Schön“, dass dein Leben so einfach weitergeht. „Schön“, dass Du diesen Punkt so schnell durch jemand anderen ersetzen konntest.

#wiesehresmichfürdichfreut #gönnanderen (schwerste Sache)


Wenn es zu dieser Situation nicht passt, zu welcher denn dann: Kraftklub – mein Leben (Und du erzählst mir wie glücklich du bist – da freue ich mich ja mal so richtig für dich)


 

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