Neustadt-Fieber: Wien.

Städtetrips haben für mich immer und immer wieder einen unvergleichlichen Zauber in sich. Dieses fremd sein in einer anderen Stadt die für eine gewisse Zeit dein Zuhause ist, diese leichte Fiebrigkeit, die sich durch ein Ganzkörperkribbeln bemerkbar macht, verleiht Reisen einen ganz eigenen Reiz – für mich ist es in Summe ein Gefühl von großem Abenteuer tief im Herz. Vielleicht, weil hinter jeder Ecke neue Eindrücke lauern, oft noch schöner als der Moment zuvor. Vielleicht aber auch, weil man bewusst in eine Entdeckungsreise drauflosmarschiert – ganz klassisch ausgestattet mit dem Reiseführer in der Hand oder – für das noch größere Inkognito-Gefühl – der Reiseführer-App auf dem Handy. (Auch wenn diese Inkognito-Sache mit dem Zücken der Kamera oder des Handys im Pulk der anderen Touristen ja auch schon wieder dahin ist.)

Mein neuester Abenteuertrip ging nach Wien, wo mich dieses Gefühl einmal mehr gepackt hat. Auch, weil es in Wien so einfach ist, Entdeckungen zu machen. Zwischen den vielen Parks und den Gässchen samt Ihrer Einkaufsmöglichkeiten schlummern quasi in jeder Straße gewaltige Entdeckungen. Beeindruckende Gebäude, in deren Betrachtung man stundenlang versinken könnte – und noch mehr dann in den darin verborgenen Möglichkeiten. In zahlreichen Museen, die sich neben der geballten Vielfalt im Museumsquartier, gleich neben dem Kunsthistorischen- und Naturhistorischem Museum, eigentlich in der ganzen Stadt verteilen und dabei von kuriosem wie dem Globen-,  dem Siegmund-Freud, dem Fälscher- oder auch dem Bestattungsmuseum bis zu beeindruckenden Schatzsammlungen wie der Kaiserlichen Schatz- und Silberkammer in der Hofburg, reichen. Daneben kann man dann mit dem Oberen und Unteren Belvedere sowie dem Schloß Schönbrunn noch historische Palast-Wunderwelten  besichtigen.

Wien begeistert aber auch durch Besonderheiten wie den berühmten Prater: dieser in die Jahre gekommene Rummel hat trotz der ein oder anderen bröckelnden Fassade (oder vielleicht gerade deshalb) etwas fantastisches an sich und selbst im Spätwinter Anfang März konnte ich mir diesen Ort so dann recht einfach prallgefüllt mit Kindern und deren – zuckerschock bedingtem – orenbetäubenden Freudenkreischen vorstellen. Daneben finden sich in Wien dann natürlich noch kulinarische Besonderheiten, wie der unvergleichliche Naschmarkt samt all seiner Verlockungen, die typischen Café-Häuser wie das Café Dignas. Aber auch charmante Café-Neu-Inszinierungen wie die Vollpension (ein Ort, an dem man ich gerne samt einem Stapel Bücher für ein paar Tage geblieben wäre – auch, um mir zwischendurch die Geschichten der Omas und Opas, wie sich die Angestellten dort [egal ob jung oder alt] nennen, anzuhören) sind absolute Highlights beim Wienbesuch.


Für den ganzen Tag herumsitzen, kucken und lesen und essen und trinken sollte man zu den Omas und Opas in der Vollpension in der Schleifmühlgasse 16, 1040 Wien.

Und wer dann am Tag darauf orientalisch weiter schlemmen mag sollte ins Neni, Naschmarkt 510, 1060 Wien


 

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